Schriftliche Anfrage: Ausstattung der WBG mit digitalen Endgeräten

Schriftliche Anfrage: Ausstattung der WBG mit digitalen Endgeräten
11.04.2021

Sehr geehrte Frau Lasser-Moryson,

wir bitten Sie, die nachstehenden Fragen im Rahmen der Tagesordnung der nächsten Sitzung behandeln zu lassen. Aufgrund der Eilbedürftigkeit der Thematik, bitten wir die Verwaltung um unmittelbare Ant-wort.

Sachverhalt:

Mit äußerster Verwunderung haben wir die Berichterstattung der Ruhr Nachrichten vom 18. März 2021 („Gesamtschule bekommt 172 iPads für Schüler – aber sie will sie gar nicht)“ zur Kenntnis nehmen müs-sen. Da die gegenwärtige Pandemielage uns noch eine ganze Weile begleiten wird, sind der digitale Aus-bau an Schulen und die Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit adäquaten Endgeräten absolut prioritär zu betrachten. Dass es nun derartige Unstimmigkeiten zwischen der Verwaltung und einzelnen Schulen geben soll, welche Endgeräte zu bevorzugen seien, ist völlig kontraproduktiv. Zudem würden hier Eltern mit erheblichen Mehrkosten belastet, als bei den einheitlich empfohlenen Endgeräten. Eine besonders schnelle Klärung des Sachverhaltes ist daher geboten. Es ergeben sich hier insbesondere die nachstehenden Fragen.

Anfrage:

- Trifft es zu, dass die Willy-Brandt-Gesamtschule (WBG) aus den Mitteln des Sonderfonds Digital-pakt Schule 172 iPads zum leihweisen Verbleib bei Kindern aus bedürftigen Familien erhält?

- Trifft es zu, dass der WBG-Digitalisierungsbeauftragte Thomas Grube eine solche Ausstattung im Vorfeld in Gesprächen mit der Schulverwaltung ausdrücklich abgelehnt hat, weil diese Art von Endgeräten nicht dem digitalen Lernkonzept der WBG entspräche?

- Trifft es zu, dass der Schulverwaltung diese Position der WBG bekannt war und man den Schulen durchaus auch das Verfolgen individueller Konzepte zugesagt hat?

- Trifft es zu, dass die Verwaltung die iPads für die WBG bestellt hat, obwohl sowohl die Schulleiterin Violetta Kroll-Baues, als auch Thomas Grube zum Zeitpunkt der Bestellung bereits ein Konzept vorgelegt hatten,  das für die vorgesehenen iPads ungeeignet ist und die WBG stattdessen teurere Windows-basierte Notebooks präferiert?

- Hält es die Stadtverwaltung für zumutbar und mit der Philosophie von Gesamtschulen vereinbar, dass die überwiegende Anzahl der Haushalte mit einem monatlichen Leasing-Beitrag von 19,50 Euro für die Leih-Notebooks des Unternehmens Dell belastet werden?

- Gibt es eine technische Möglichkeit, die höherwertigen Notebooks auf der einen Seite sowie die kostengünstigeren Leih-iPads für bedürftige Kinder auf der anderen gleichwertig nutzbar zu ma-chen, so dass die iPad-Kinder keine pädagogischen Nachteile erleiden?

- Falls nicht, werden dann alle WBG-Kinder gezwungen, dem Unterricht mit den städtischen Leih-iPads oder selbstbeschafften vergleichbaren Endgeräten zu folgen? Oder wird stattdessen den WBG-Vorstellungen gefolgt, sämtlichen Kindern aus bedürftigen Familien das Lernen mit Note-books aus einem Bildungsfonds zu ermöglichen, der den betroffenen Haushalten die Monatsge-bühr erspart?

- Falls das WBG-Modell mit den Notebooks doch noch zum Tragen kommen sollte, was passiert dann mit den 172 übrigen von der Stadtverwaltung georderten i-Pads?

- Können diese anderweitig zeitnah eingesetzt werden oder müssen sie eingelagert werden und drohen damit zu veralten?

- Wird die Stadtverwaltung zügig Kontakt mit der WBG aufnehmen, um dieses Problem zu lösen?

- Wie beurteilt die Stadtverwaltung den Fakt, dass alle anderen Schulen mit dem iPad-Modell zu-frieden sind und allein die WBG ausgeschert ist?

- Wie ist es zu erklären, dass offenbar ein schulübergreifender Arbeitskreis existiert, der sich bei der digitalen Umsetzung von Lerninhalten im Hinblick auf Technik und Inhalte austauscht, differierende Beurteilungen in Hinblick auf einzelne Schulen anschließend bei der Findung von Lösungen keine Beachtung geschenkt wird?

 

Mit freundlichen Grüßen    
     
Michael Breilmann                      Annette Korte 
Fraktionsvorsitzender CDU     Fraktionsvorsitzende FWI